Heute vor 84 Jahren starb Harry Houdini, der wohl berühmteste Entfesselungs- und Zauberkünstler der Geschichte. Zu seinen erfolgreichsten Bühnentricks zählte ein Trick mit dem Namen “Metamorphose”, die Verwandlung. Dabei wurde er gefesselt in eine Kiste gesperrt, die danach noch mit Stahlketten gesichert wurde. Seine Frau Bess zog dann einen Vorhang rings um die Kiste – und schon nach wenigen Sekunden stand Houdini an ihrer Stelle. Die Kiste wurde geöffnet, und heraus kam Bess!
Ein Effekt, der die Menschen vor 100 Jahren begeisterte – und das tut er auch noch heute. Wir beenden jeden unserer Auftritte mit exakt diesem Trick – und stellen unsere Zuschauer damit immer noch vor ein Rätsel. Die Menschheit ist inzwischen auf dem Mond gelandet, wir sind dank Internet mit alles und jedem vernetzt, haben Zugriff auf mehr Wissen als je zuvor – aber dieses alte Trickprinzip täuscht uns immer noch.
Und das ist auch gut so.
Geschrieben am 31.10.2010
Als Zauberer gibt es einige Dinge, auf die man sich verlassen kann: Wenn man einen Trick vor Livepublikum zeigt, vermuten die Zuschauer Spiegel oder Falltüren. Und wenn man im Fernsehen zaubert, lautet die Erklärung immer “Kameratrick”.
Normalerweise kann man mit uns super über dieses Thema diskutieren. Denn ein Zauberer, der etwas auf sich hält, kommt auch im TV ganz ohne Kameratricks aus. Man kann ein Fernsehpublikum genauso täsuchen und verblüffen wie ein “normales” Publikum. Man muss sich nur noch mehr Mühe geben, denn im digitalen Zeitalter landet jeder Patzer sofort auf YouTube oder bei Stefan Raab.
Umso enttäuschter waren wir allerdings, als wir das neue TV-Special eines bekannten Zauberers aus England gesehen haben. Wir kennen den Kollegen live von der Bühne und sind große Fans seiner Zauberkunst. Aber für die BBC hat er nun ganz tief in die Trickkiste der Technik gegriffen – und streitet das in der Öffentlichkeit auch noch ab. Dabei hätte er das wirklich nicht nötig!
Wir bleiben jedenfalls bei unserem selbstauferlegten “Reinheitsgebot” und verzaubern Sie auch weiterhin oder Kameras – und ohne Spiegel!
Geschrieben am 14.09.2010
Ich war zum 5. Geburtstag eines kleinen Jungen gebucht. Die sechs kleinen Gäste hüpften bei dem tollen Wetter im Garten herum und versammelten sich schließlich vor mir auf dem Rasen. Ich begann meine Vorstellung wie immer. Nach wenigen Minuten dämmerte es mir, dass heute etwas anders war als sonst. Beim vierten Kunststück war es dann soweit. Ich lasse dazu vier verschiedenfarbige Tücher erscheinen und hole mir aus dem Publikum vier Assistenten. Das mache ich immer mit den Worten: „Jetzt brauche ich ein Kind, dass etwas gelbes anhat!“ Danach suche ich dann noch einen roten, einen blauen und einen grünen Assistenten. Als kleinen Gag habe ich mir in letzter Zeit angewöhnt, danach noch einmal in meines Beutel zu greifen und mit leerer Hand wieder herauszukommen. Dazu sage ich dann „Jetzt brauche ich noch ein Kind, das gar nichts anhat!“ Das ist immer ein sicherer Lacher.
Was nun gestern anders war möchten Sie wissen? Das Geburtstagkind hatte eine Wasserrutschbahn geschenkt bekommen. Alle Gäste waren komplett nackt!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass es wenigstens ein paar Grad kühler wird…
Geschrieben am 13.07.2010